Die Arcandor Historie – Zukunft mit dauerhafter Basis: von der Vision zur Realität
Die Geschichte des deutschen Einzelhandels ist die Geschichte von Theodor Althoff und Rudolph Karstadt, von Josef Neckermann, Gustav Schickedanz und Oscar Tietz. Diese Männer hatten die Vision, möglichst vielen Menschen eine Vielzahl von Waren in guter Qualität und zu möglichst günstigen Preisen anzubieten und dabei die traditionellen Grenzen zwischen den einzelnen Sortimenten zu beseitigen. Der Traum wurde Wirklichkeit: Warenhäuser, die buchstäblich alles unter einem Dach offerieren, und Versandhäuser, deren Kataloge alles möglich machen und ein Land der ungeahnten Möglichkeiten bieten.
|
1881 14. Mai: Rudolph Karstadt eröffnet in der Krämerstraße 4 in Wismar im heutigen Mecklenburg-Vorpommern unter dem Namen und mit Hilfe seines Vaters Christian sein erstes Geschäft: das „Manufactur-, Confections- und Tuchgeschäft C. Karstadt“. |
|
1884 Rudolph Karstadt wird alleiniger Inhaber des Geschäfts und gründet seine erste Filiale in Lübeck. |
|
1885 Der gelernte Textilkaufmann Theodor Althoff übernimmt von seiner verwitweten Mutter in Dülmen ein „Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäft“. |
|
1890 Althoff führt den Zentraleinkauf ein und erleichtert den Filialleitern so die Musterung eines neuen Sortiments. |
![]() |
1900 Rudolph Karstadt kauft seinem in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Bruder Ernst 13 Geschäfte in Pommern, Mecklenburg und Hamburg ab. |
|
1906 Im Jahr des 25-jährigen Firmenjubiläums betreibt Rudolph Karstadt bereits 24 Kaufhäuser im norddeutschen Raum. |
|
1910 Theodor Althoff verfügt zu seinem 25-jährigen Firmenjubiläum über elf Filialen. |
|
1912 Mit der Filiale an der Mönckebergstraße in Hamburg eröffnet Rudolph Karstadt sein erstes Großstadt-Warenhaus. Hier gibt es bis auf Lebensmittel alles zu kaufen. Im gleichen Jahr wird die Unternehmenszentrale von Kiel nach Hamburg verlegt. |
|
1917 Es kommt zum ersten Kontakt zwischen Rudolph Karstadt und Theodor Althoff; zwei Jahre später wird ein „loses“ Abkommen zwischen beiden Unternehmen geschlossen. Der Einkauf geschieht unter der Organisation der Theodor Althoff KG gemeinsam und zentral. |
![]() |
1920 Am 19. Mai wird die Rudolph Karstadt KG in eine Aktiengesellschaft umgewandelt; Mitte des Jahres fusionieren die Unternehmen Karstadt und Althoff. |
|
1926 Unter der maßgeblichen Initiative von Heinrich Althoff wird die Epa-Einheitspreis AG gegründet. |
|
1927 Die Rudolph Karstadt AG fusioniert mit der M.J. Emden Söhne KG, die 19 Filialen in das Unternehmen einbringt. |
|
1931 Im Jahr ihres 50-jährigen Firmenjubiläums betreibt die Rudolph Karstadt AG 89 Filialen im Reichsgebiet. Mitbegründer Theodor Althoff stirbt im Jubiläumsjahr im Alter von 72 Jahren. |
|
1931/1932 Die Weltwirtschaftskrise zwingt die Rudolph Karstadt AG, ihr Filialnetz zu verkleinern und mehr als 25 Produktionsbetriebe zu veräußern. Die Epa-Einheitspreis AG wird an ein Bankenkonsortium verkauft – unter Wahrung des Rückkaufsrechts. Hauptverwaltung und Zentraleinkauf ziehen Anfang 1932 von Hamburg nach Berlin um. |
![]() |
1933/1934 Die Hetze der Nationalsozialisten gegen die Warenhäuser und eine warenhausfeindliche Gesetzgebung (Gesetz zum Schutz des deutschen Einzelhandels, 1933) machen Karstadt das Geschäft schwer. |
|
1939 Das organisatorisch und finanziell wieder gefestigte Unternehmen erreicht seinen wirtschaftlichen Höhepunkt der Vorkriegszeit: 67 Filialen im Reichsgebiet erzielen auf einer Verkaufsfläche von rund 260.000 Quadratmetern einen Gesamtumsatz von 299,7 Mio. Reichsmark. |
|
1944 Firmengründer Rudolph Karstadt, der seit 1932 dem Karstadt-Aufsichtsrat angehörte, stirbt kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs am 15. Dezember im Alter von fast 89 Jahren in Schwerin. |
|
1945 Nach Kriegsende werden 22 Karstadt-Filialen in der sowjetischen Besatzungszone sowie in den von Polen und der UdSSR verwalteten ehemals deutschen Gebieten enteignet. In den drei westlichen Besatzungszonen sind von den verbliebenen 45 Verkaufshäusern mehr als 30 zerstört, ausgebrannt oder schwer beschädigt. |
|
1948 Im Jahr der Währungsreform wird die Rudolph Karstadt AG in die Intercontinentale Warenhausgruppe, Lausanne, aufgenommen. |
|
1950 Erstmals nach dem Krieg kann Karstadt wieder eine Dividende zahlen, und zwar 5% je 100-DM-Aktie. |
|
1952 Die ehemalige Epa-Einheitspreis AG, die zwischenzeitlich in Westdeutsche Kepa Kaufhaus GmbH umgetauft wurde, geht wieder zu 75 % in den Besitz der Rudolph Karstadt AG über. 1958 wird die Kepa wieder vollständig zum Unternehmen gehören. |
|
1956 Zum 75-jährigen Firmenjubiläum erreicht die Rudolph Karstadt AG einschließlich Kepa erstmals einen Umsatz von über 1 Mrd. DM. |
|
1963 Mit der Umbenennung in „Karstadt AG“ verschwindet der Vorname des Gründers aus dem Firmennamen. Bis auf das traditionsreiche Karstadt-Haus „Oberpollinger“ in München firmieren nun alle Filialen einheitlich unter „Karstadt“. |
|
1971 Karstadt steigt in das Reisegeschäft ein: In Nürnberg wird die TransEuropa Reisen GmbH gegründet. Das Touristikunternehmen wird gemeinsam vom Großversandhaus Quelle Gustav Schickedanz KG, Fürth, und von der Karstadt AG, Essen, geführt. Im selben Jahr werden erstmals drei Warenhäuser in voller Selbstbedienung in Betrieb genommen. |
|
1972 Die TransEuropa Reisen GmbH wird in KS-Touristik-Beteiligungs-GmbH umgegründet, die ihrerseits 25% des Kapitals der Touristik Union International GmbH KG (TUI) hält. In München-Theresienhöhe wird das erste Möbel- und Einrichtungshaus, in Braunschweig das erste Augenoptik-Studio Karstadts eröffnet. Zudem verkauft das Unternehmen nun auch Versicherungen. |
|
1974 Mit der neuen Karstadt SB-Warenhaus GmbH, einer Tochtergesellschaft der Kepa Kaufhaus GmbH, erweitert Karstadt sein Selbstbedienungsangebot deutlich. |
|
1976 Karstadt eröffnet sein erstes Sportgeschäft. |
|
1977 Karstadt erwirbt zunächst 51,2 % (1984: 100%) des Kapitals der Neckermann Versand AG und verkauft dafür seine Anteile an der KS-Touristik-Beteiligungs-GmbH. Wegen sinkender Rentabilität werden die Kepa-Häuser nach und nach in das Filialnetz der Karstadt-Warenhäuser eingegliedert, verpachtet oder verkauft. 18 SB-Warenhäuser verbleiben bei Karstadt. |
|
1977 - 1979 17 der ehemals 34 Neckermann-Warenhäuser werden zu Karstadt-Filialen. Zugleich werden 17 neue Karstadt-Warenhäuser und ein Einrichtungshaus eröffnet. |
|
1981 Zum 100-jährigen Firmenjubiläum verzichtet Karstadt auf größere Festlichkeiten und spendet stattdessen dem Hermann-Gmeiner-Fonds-Deutschland e.V. für rund 2 Mio. DM das „SOS-Kinderdorf Karstadt Rio de Janeiro“. Im Laufe der Jahre spenden die Karstadt-Mitarbeiter mehrere Millionen DM für die SOS-Kinderdörfer. |
|
1982 Bei Karstadt wird der Bereich Qualitätssicherung aufgebaut und das betriebliche Vorschlagswesen „Pfiffikus“ eingeführt. |
|
1984 Ab Oktober werden die Fachgeschäftsketten Joy (junge Mode), Papetik (Papierwaren und Geschenkartikel), Runners Point (Sportbekleidung und -schuhe) und Pico Bello (Kinderkleidung) eingerichtet. Nach dreijähriger Testphase wird ab 1987 nur noch „Runners Point“ weitergeführt. |
|
1985 Die Karstadt AG erhält den erstmals verliehenen Umweltschutzpreis der Zeitschrift „vital“: Das Karstadt-Angebot umweltfreundlicher Produkte gilt als „Beispiel aktiven Umweltschutzes“. |
|
1986 Baubeginn für ein eigenes Warenverteilzentrum in Unna. Mit zukunftsweisender Logistik sollen hier Warenanlieferung, -bearbeitung und -verteilung für alle Warenhäuser zentralisiert werden. |
![]() |
1987 Die Karstadt AG erhält in einem vom „Industrie-Magazin“ ausgeschriebenen Wettbewerb den ersten Preis für den besten Geschäftsbericht 1986 in der Kategorie „Handel und Dienstleistungen, börsennotiert“. In der Filiale Nürnberg wird – als Test – die Karstadt-Kundenkarte eingeführt. |
|
1988 Das Warenverteilzentrum für Lagerware in Unna geht in den Betrieb. Es ist die mit 210 Mio. DM größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Um Transportkosten zu senken, gründet Karstadt die Katrans Speditions GmbH. 1989 erhält Karstadt für das Warenverteilzentrum den „Deutschen Logistik-Preis“. |
|
1989 Am ersten „grenzoffenen“ Wochenende machen weit über eine Million DDR-Bürger Stippvisite in Westberlin und im grenznahen Bundesgebiet. In den Karstadt-Filialen kommt es zu spontanen Hilfsaktionen. 1989 veröffentlicht die Karstadt AG erstmals einen Weltumsatz; für das Jahr 1988 lag dieser bei 14,3 Mrd. DM. |
|
1990 Seit März besteht ein Kooperationsvertrag zwischen der Karstadt AG und 10 (von 14) in einzelne GmbHs umgewandelten „Centrum“-Warenhäusern der ehemaligen DDR. |
|
1991 Erstmals wird die Öffentlichkeit über die Umweltschutzmaßnahmen von Karstadt informiert. Karstadt erwirbt die GmbH-Anteile mehrerer „Centrum“-Warenhäuser in den neuen Bundesländern. Das Grundkapital der Karstadt AG wird von 360 auf 420 Mio. DM erhöht. Nach einer Abstinenz von zehn Jahren ist Karstadt ab Ende September wieder in der Fernsehwerbung vertreten. Als letztes Mitglied der Althoff-Gründerfamilie verlässt Enkel Theodor Althoff den Vorstand der Karstadt AG. |
![]() |
1992 Karstadt erhält den von der Fachzeitschrift „Rundschau für den Lebensmittelhandel“ vergebenen „Umweltpreis für den Handel“. Im GUM-Warenhaus in Moskau wird ein Shop mit 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche unter dem Motto „GUM & Karstadt – European Style Fashion“ eröffnet. Karstadt liefert Know-how, GUM ist für Einkauf und Verkauf verantwortlich. |
|
1993 Die Karstadt- und Hertie-Aufsichtsräte beschließen am 11. November die Übernahme aller Geschäftsanteile der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH durch die Karstadt AG. Karstadt kauft sein bis dahin nur gemietetes Stammhaus in Wismar von der Treuhand-Tochter GPH zurück. Das Duale System Deutschland zeichnet Karstadt mit dem „Innovationspreis Verpackung 1993“ aus. |
|
1994 Die Karstadt AG erwirbt das Stammkapital (300 Mio. DM) der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH mit ihren 80 Filialen. Dank einer Betriebsvereinbarung („Familie und Beruf“) können Karstadt-Mitarbeiter(innen) über die gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen hinaus ihre Tätigkeit bis zu sechs Jahre unterbrechen – mit Wiedereinstellungszusage. Das betriebliche Altersversorgungswerk wird zum 1. August wegen zunehmender finanzieller Belastung für neu eintretende Mitarbeiter geschlossen. |
|
1995 Karstadt ändert seine Führungsstruktur: Das Filialnetz wird in vier als selbstständige Profitcenter operierende „Divisions“ gegliedert: Weltstadthäuser, große City-Filialen, mittlere Filialen, kleine City-Filialen/Vorstadt-Filialen. Ziel ist es, flexibler und marktnäher agieren zu können. |
|
1996 Mit der Internetseite www.myworld.de bietet Karstadt erstmals eine Verkaufsplattform im Internet. |
![]() |
1997 Der neue Touristikkonzern C & N Touristic AG (die heutige Thomas Cook AG), hervorgegangen aus dem Reiseveranstalter NUR und der Fluggesellschaft Condor, geht an den Start. Die Karstadt AG und die Lufthansa AG sind zu je 50% beteiligt. |
|
1999 Die Karstadt AG verschmilzt mit der Schickedanz Handelswerte GmbH & Co. KG, Fürth, zur KarstadtQuelle AG mit Firmensitz in Essen. Die Karstadt Warenhaus AG ist nunmehr eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der KarstadtQuelle AG. |
|
2000 Karstadt plant für die nächsten drei Jahre die Eröffnung von zwölf neuen Sporthäusern. Die Klubkarte der Karstadt Warenhaus AG wird von drei Millionen Menschen genutzt, monatlich kommen 100.000 hinzu. Figuren wie Tabaluga, Twipsy oder Biene Maja aus der Dachmarke Junior des Medienunternehmens EM.TV & Merchandising AG, Unterföhring, sind künftig auch in den Karstadt-Warenhäusern zu finden. |
|
2001 Der KarstadtQuelle-Konzern stärkt sein Modegeschäft und übernimmt den Bekleidungsfilialisten SinnLeffers. Auch das Dienstleistungsgeschäft wird erweitert: KarstadtQuelle bietet jetzt auch Versicherungen und Kapitalanlageprodukte an. Mit der US-Kaffeekette „Starbucks“ wird ein Joint Venture zur Expansion in Deutschland geschlossen. Im Internet ist Karstadt seit 2001 unter www.karstadt.de und www.karstadtsport.de vertreten. |
|
2002 Die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in den USA haben die Erträge verschlechtert. KarstadtQuelle expandiert im Bereich Informationsdienstleistungen und gründet die KarstadtQuelle Information Services GmbH. Die Deutsche Telekom und KarstadtQuelle bündeln ihre Kunden-Bonusprogramme unter der Marke „Happy Digits“. Starbucks eröffnet das erste „Coffee House“ in Berlin. Karstadt geht auf dem deutschen Kreditkartenmarkt in die Offensive und bietet eine MasterCard ohne Jahresgebühr an. Zudem startet das Unternehmen ein eigenes Magazin: „TV-Karstadt“. Die Unternehmen von KarstadtQuelle verzichten auf den Verkauf von Echtpelz. |
![]() |
2003 Karstadt ist Hauptsponsor von „Jugend trainiert für Olympia“. Am 1. „Karstadt RuhrMarathon“ nehmen über 17.800 Läufer teil. Im August startet die Karstadt Warenhaus AG mit „Besser Karstadt“ die größte Markenoffensive ihrer bisherigen Unternehmensgeschichte. |
|
2004 Der frühere Bertelsmann-Vorstandschef Dr. Thomas Middelhoff zieht in den Aufsichtsrat von KarstadtQuelle ein. Der Handelskonzern öffnet sein Internetportal karstadt.de für weitere Anbieter. Karstadt rutscht aufgrund der Flaute im Einzelhandel ins Minus. Der Umsatz allein im zweiten Quartal geht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12% zurück. Konzernweit sinken die Erlöse um 6%. Im Herbst 2004 erfolgt nach Abschluss eines Solidarpaktes zwischen Arbeitnehmern, Management, Anteilseignern und Banken die Umsetzung des Konzeptes zur Restrukturierung und Neuausrichtung des KarstadtQuelle-Konzerns. KarstadtQuelle verkauft – zusammen mit Teilen seiner IT-Tochter Itellium Systems & Services – zwei Rechenzentren in Essen und Nürnberg an den Stuttgarter IT-Dienstleister Atos Origin. Im November trennt sich das Unternehmen von seinem Joint Venture mit Starbucks. |
![]() |
2005 Thomas Middelhoff übernimmt den Vorstandsvorsitz der KarstadtQuelle AG. Die Gesellschaft trennt sich im Zuge der Sanierung und Neuausrichtung von Auslandsimmobilien in Istanbul, Mailand und Bangkok. Im Februar gibt KarstadtQuelle seine Medienbeteiligungen am Sportsender DSF, an der Plattform Sport1 und am Einkaufssender Home Shopping Europe ab. Außerdem wird ein wesentlicher Teil der Logistikaktivitäten an DHL, die Express- und Logistiktochter der Deutsche Post World Net, verkauft, darunter das Warenverteilzentrum in Unna/Holzwickede. Mit dem Verkauf der Karstadt Kompakt GmbH, in der seit Jahresanfang 75 kleinere Verkaufshäuser zusammengeführt sind, und dem Verkauf der Fachhandelsketten, unter anderem SinnLeffers und Runners Point, schließt KarstadtQuelle seine erste große Sanierungsphase ab. Das Kerngeschäft von Karstadt, zum Jahresende zur Karstadt Warenhaus GmbH umfirmiert, umfasst 90 Warenhäuser und 32 Sporthäuser. Die Neuausrichtung der Warenhäuser wird zunehmend erlebbar. Mit an Trends, Themen und Marken ausgerichteten Sortimenten, kundenorientierten Qualifizierungsprogrammen für die Mitarbeiter und der von den Lebenswelten der Kunden bestimmten Angebotsstruktur wird die Faszination Warenhaus neu belebt. Erstmals seit zehn Jahren kann Karstadt im für den Einzelhandel so wichtigen vierten Quartal ein Umsatzwachstum verzeichnen. |
|
2006 Im Jubiläumsjahr bekommen die Stadtschilder von Wismar den Zusatz „Karstadt Gründungsstadt“. Zur Weiterentwicklung der Wertigkeit der Warenhäuser an herausgehobenen Standorten gründet Karstadt die Premium Group. Sie umfasst zunächst drei Häuser: KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München. Weitere acht Häuser werden hinzukommen, die ihren Kunden künftig noch mehr Service, mehr Marken und zusätzliches Einkaufserlebnis bieten. Weitere Immobilienverkäufe im Rahmen einer Sale-lease-back-Transaktion der Warenhäuser führen zu einer kompletten Entschuldung des KarstadtQuelle-Konzerns, zur signifikanten Erhöhung seiner Eigenkapitalquote und eröffnen dem Konzern gleichzeitig neue Entwicklungs- und Wachstumsspielräume. |
![]() |
2007 Anfang 2007 fusioniert die nunmehr vollständig im Besitz von KarstadtQuelle stehende Thomas Cook AG mit dem drittgrößten europäischen Reiseanbieter MyTravel zur Thomas Cook Group plc mit Sitz in London, wo das neue Unternehmen am 19. Juni an der Börse gelistet wird. Die Touristik wird damit der größte Geschäftsbereich der Arcandor AG. Durch die Übernahme von MyTravel legt der Konzernumsatz um ein Drittel auf rund 21 Mrd. € zu. Das Eigenkapital steigt auf 20 Prozent und der Auslandsanteil trägt zu über 50% zum Konzernumsatz bei. Im Mai beschließt die Hauptversammlung die Umbenennung in Arcandor, da der alte Name KarstadtQuelle dem neuen Unternehmen nicht mehr gerecht wird. Die Marken Karstadt, Quelle und Thomas Cook bleiben jedoch erhalten. Außerdem werden durch den Erwerb von HSE24 die Kompetenz im Teleshopping und die Multi-Channel-Strategie weiter ausgebaut. Im September wird die Condor Flugdienst GmbH in die Air Berlin plc eingebracht. Mit diesem Deal schaffen Arcandor und Air Berlin eine der führenden Fluggesellschaften in Europa, an der Thomas Cook künftig mit bis zu 29,99 % beteiligt sein wird. Am Ende des Jahres wird der Verkauf von 51% der Gesellschaftsanteile an neckermann.de bekannt gegeben. Arcandor bleibt mit 49% beteiligt und behält sich die Option offen, von einem späteren Börsengang oder einem Verkauf zu profitieren. Arcandor schließt das neunmonatige Rumpfgeschäftsjahr mit einem Umsatz von 14,3 Mrd. € und einem Ergebnis von 602 Mio. € ab. |
|
2008 Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres zeigt die Restrukturierung erste Wirkung. Das Ergebnis des Konzerns konnte auf mehr als 600 Mio. € gesteigert werden, durch den Verkauf der Highstreet-Beteiligungen ist der Konzern finanzschuldenfrei und Primondo ist wieder auf Wachstumskurs. Die finanziellen Ziele aus der Sanierungsphase konnten erreicht werden. Für Karstadt und Primondo wird die Kapitalmarktfähigkeit angestrebt. Der Vertrag von Dr. Thomas Middelhoff wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Gleichzeitig wurde Marc Sommer zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden berufen. Seit April ist auch Manny Fontenla-Novoa, Vorstandsvorsitzender der Thomas Cook Group plc, im Vorstand der Arcandor AG und ist dort zuständig für den Bereich Touristik. |